Menschen und Geschichten – die besten Ideengeber für Ausstellungskonzepte

30 Jahre 30 Paare – Gemischtes Doppel

Ein lang geplantes Projekt fand 2020 – trotz Pandemie – seinen Weg in den öffentlichen Raum: „30 Jahre 30 Paare – Gemischtes Doppel“ ist eine Wanderausstellung mit Fotoporträts von Brandenburger Ost-West-Paaren. Im Zuge der Einheitsfestivitäten feierten wir ihre Eröffnung. Die Resonanz war groß und positiv und das Projekt wurde mit dem Einheitspreis 2020 ausgezeichnet. Die Menschen und ihre Geschichten lösten eine wichtige Debatte aus: über das Zusammenwachsen von Ost und West, über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Wünsche für zukünftige Entwicklungen.

Ausstellung Plakat

Konzept, Ausstellungsgestaltung, Grafikdesign, Corporate Design
Jahr: 2020
In Zusammenarbeit mit: Anna Dejewska-Herzberg ( www.de-pl-agentur.de)

Ausstellung Flyer
Ausstellung Flyer

30 Jahre – 30 Paare / Gemischtes Doppel
Idee & grafische Gestaltung: Verena Postweiler
West |   www.verenapostweiler.de

Konzeption & Projektleitung:
Anna Dejewska-Herzberg
Östlich der Oder |   www.de-pl-agentur.de
Verena Postweiler
West |   www.verenapostweiler.de

Fotos:
Michael Lüder
Ost |   www.michael-lueder.de
Natascha Zivadinovic
West |   www.natascha-zivadinovic.com

Text:
Christine Anlauff
Ost |   www.christineanlauff.de

Ausstellungsort:
Am Marstall/vor dem Filmmuseum
Breitestr. 1A | 14467 Potsdam

Ausstellungssystem:
Design: Christian Jungwirth
Österreich |   www.atelierjungwirth.com

Mit der Grenzöffnung im November 1989 erfolgte der Auftakt für die ein Jahr später folgende Vereinigung der beiden deutschen Staaten BRD und DDR. Damit einher gingen umfangreiche »Wanderbewegungen« von Ost nach West und umgekehrt, aus denen sich natürlicherweise auch Vereinigungen auf privater Ebene ergaben – in Form von »gemischten« Paaren.

30 Jahre nach der Wiedervereinigung machte sich ein paritätisch besetztes Ost-West-Team aus dem Potsdamer Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum im Land Brandenburg auf die Suche nach solchen »Gemischten Doppeln«.

Fotografisch und in Interviews gingen die Künstler der Frage nach, ob und wie sich die unterschiedlich geprägte Herkunft nach so langer Zeit in den Beziehungen noch bemerkbar macht und welche Relevanz sie für Partnerschaft, Alltag und Umgebung besitzt. Sind derartige Unterschiede im Jahr 2020 überhaupt noch erkennbar? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welche Rolle spielen systembedingte Prägungen in Ansichten, Verhalten und Wertvorstellungen heute? Stoßen sie Transformationsprozesse an? Erweisen sich Ost-West-Paare als Hoffnungsträger des Zusammenwachsens?

Aus einer Vielzahl von Paaren entschied sich das Team für 30 – davon 11 aus Potsdam und 19 aus ausgewählten Landkreisen Brandenburgs. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt war die Herkunft der Partner aus jeweils unterschiedlichen deutschen Staaten.

Innerhalb von zwei Monaten porträtierte das Fotografenteam Michael Lüder und Natascha Zivadinovic die Ost-West-Paare in ihrer individuellen Umgebung. Aus über tausend Fotos wählten die Kuratorinnen Verena Postweiler und Anna Dejewska-Herzberg 30 Porträts für die Ausstellung aus.

Begleitend beschrieben die Paare in exklusiv für das Projekt erstellten Fragebögen ihre Erfahrungen zur Ost-West-Thematik. Aus diesen entnahm die Autorin Christine Anlauff markante Zitate für die Fototafeln. Die Porträts und Texte illustrieren den Wiedervereinigungsprozess auf ganz persönlicher Ebene. Das Ausstellungsprojekt möchte zu Reflektion und Diskussion anregen und das Zusammenwachsen von Ost und West feiern.

Das Projekt entstand anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Wiedergründung des Landes Brandenburg.